Ohne Partikelfilter fahren

Ist ein Partikelfilter stark verstopft, kann es zum Leistungsverlust bis hin zum völligen Stillstand des Fahrzeugs beispielsweise durch Turbolader Schaden kommen. Ein vermeintlicher Trick, das Ausbauen des Partikelfilters, soll dafür sorgen, dass man sich keine Gedanken mehr um das Reinigen bzw. Wechseln des Filters machen muss. Aber ohne Partikelfilter erwischt werden und ohne Partikelfilter fahren ist nicht ratsam. Wenn ein Partikelfilter in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist, ist das Fahren ohne Dieselpartikelfilter, ohne Änderung der Papiere, in Deutschland eine Straftat. Durch den Ausbau eines Partikelfilters ändert sich die Schadstoffklasse eines Fahrzeugs und das Profitieren von Steuervorteilen einer besseren Schadstoffklasse wären rein rechtlich gesehen nicht mehr möglich. Wird dies nicht in den Fahrzeugpapieren geändert, wird also nicht die passende Summe an Kfz-Steuern berechnet und abgeführt. Dabei handelt es sich um Steuerhinterziehung. Dies kann sogar Freiheitsstrafen von mehreren Jahren nach sich ziehen. Des Weiteren erlöschen durch die Veränderung des Fahrzeugs dessen Betriebserlaubnis, sowie der Versicherungsschutz. Beide Delikte ziehen selbst bei unfallfreiem Fahren sensible Geldstrafen nach sich, oder Sie sogar Ihre Freiheit für bis zu einem Jahr kosten. Als Verursacher eines Unfalls ohne Versicherungsschutz, wenn Sie ohne Partikelfilter erwischt werden, müssen Sie für sämtliche Schäden an anderen Fahrzeugen aufkommen. Sollten sogar Personenschäden zu beklagen sein, kann es zu lebenslangen Strafzahlungen kommen.

Neben den gesetzlichen Folgen kommen auch technische Probleme hinzu, da es durch einen unnormal niedrigen Abgasgegendruck zu Problemen mit dem Motor bzw. Turbolader kommen kann. Generell gilt außerdem, dass nach dem Ausbau des DPF auch die fahrzeugeigene Software überschrieben werden muss, da das Auto sonst beispielsweise weiterhin die Partikelfilter Regeneration startet oder das Fahrzeug in den Notlauf übergeht. In vielen Fällen fällt ein fehlender DPF spätestens bei der TÜV Prüfung auf. 

Tuning Werkstätten mit vermeintlich seriösen Angeboten weisen bereits beim Werben für das Entfernen des DPF darauf hin, dass das Auto nach dem Ausbau nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen darf und sind so nicht strafbar. Sollten Sie ohne Partikelfilter fahren und etwas mit dem Wagen passieren, oder sollten Sie bei einer Kontrolle ohne Partikelfilter erwischt werden, gelten also nur Sie als Verantwortlicher.

Partikelfilter aufbohren

Der gleiche Tatbestand wie beim Ausbauen des Dieselpartikelfilters besteht auch beim Partikelfilter Aufbohren, da dieser dann nicht mehr in der Lage ist, die Abgase angemessen zu filtern. Durch das Partikelfilter Aufbohren wird dieser zerstört und es kann zu unangenehmen Geräuschen in der Auspuffanlage kommen.

Sowohl das Ausbauen als auch das Aufbohren des Partikelfilters sorgt in der Regel dafür, dass das Fahrzeug deutlich sichtbar mehr rußt als mit intaktem DPF. Auch das kann ein Anhaltspunkt zur Überprüfung sein bei der der Ausbau oder Aufbohren des Filters aufgedeckt wird.

Die bessere Möglichkeit Probleme mit dem Partikelfilter auszuräumen stellt die Überprüfung der Abgasrelevanten Komponenten sowie die regelmäßige Reinigung des Partikelfilters dar. Dadurch wird der Abgasgegendruck ebenso gesenkt wie durch das Aufbohren oder Ausbauen des Filters da Verstopfungen beseitigt werden und es wird keine Bauteilveränderung vorgenommen. Die Betriebserlaubnis sowie der Versicherungsschutz bleiben somit weiterhin erhalten. Eine Reinigung ist zudem deutlich günstiger als der Austausch eines Partikelfilters. 

Fazit: Der ersatzlose Ausbau oder das Partikelfilter Aufbohren ist nicht empfehlenswert: neben der steigenden Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefahr durch ungefilterte Abgase, kann es zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen. Eine Reinigung ist somit die deutlich bessere Alternative.